Glück gehabt

29.07.2010 20:23 von mfso

(Auszug aus dem Warbirdforum)

... als wir am gestrigen Tag einen entspannten Flugtag verlebten.

Ich schreibe diese Zeilen nicht weil wir um ein Modell trauern oder bemitleidet werden wollen, sondern um aufzuzeigen wie gefährlich unser Hobby werden kann.

Kurze Schilderung des Geschehens: Ein Flugkollege fliegt seine P-47 von Eurolight (170cm Spannweite) mit seinem neuen DLE 30 mit dem Motor zum 2.mal nach dem Motorwechsel Das Modell ist schon sehr zügig unterwegs. Nach einigen Überflügen gegen den Fangzaun, und dicht und tief dran vorbei kommen Ermahnungen aus dem Zuschauerbereich.

Vor der Landung setzt Philipp zum letzten Überflug an; 3/4- bis Vollgas, ca.5m Höhe und 5m parallel vor dem Zaun genau auf uns zu (so was mag ich persönlich garnicht). Unmittelbar vor/über uns leg sich die P-47 aufs Messer Richtung Zaun und kurvt in den Zuschauerbereich. mir war klar das ein Problem aufgetreten ist, weil er sowas als geübter Pilot nicht macht, dann ging alles sehr schnell

  • ich denk dass er wohl in die parkenden Autos einschlägt, wo zu meinem entsetzen ein Vater mit seinem Sohn ging
  • ich bekomme Angst, weil sich im gesamtem Bereich hinter dem Zaun gleichmäßig verteilt Menschen aufhielten, und kein Bereich "sicher" schien. -in der Vorbereitungszone springen Piloten von ihrem Stühlen,
  • die Thunderbolt kurvt enger, rutscht weiter überfläche und dreht Richtung CLubhaus auf dessen Bank, davor, 3 Piloten saßen, die noch nicht reagierten.
  • Einschlag gegen das Clubhaus- nach der Trümmerwolke erkannte man, dass in den letzten Zehnteln vor dem Einschlag, sich die Männer noch angefangen haben mussten sich zu erheben und wohl 30cm zur Seite gebeugt waren, bevor das Modell einschlug.


Diese paar cm haben uns gestern vor einer Katastrophe bewahrt.

Es ist zum Glück niemand schwer verletzt worden. die Person direkt neben dem Einschlag hat "nur" einen Bluterguss vom einem vom Haus abgeprallten Teil auf der Hüfte davon getragen.

Der Kollateralschaden am Modell ist natürlich schlimm, aber steht in keiner Relation zu dem möglichen Szenario, dass uns um Haaresbreite geblüht hätte.

Ich denke ich hätte wie viele andere Zeugen für eine lange zeit kein Modell mehr angefasst und den Verein gewechselt. Es wäre sicher auch das aus für das Warbirdtreffen gewesen.

Mir hat dieser Vorfall wieder bewusst gemacht, was für eine Gefahr von unseren Modellen ausgehen kann, wenn sie ausser Kontrolle geraten. und in diesem Fall war es "nur" ein 6kg Modell.

Die Absturzursache ist nur schwer zu ermitteln. es wird wohl die Servosteckverbindung zum Flügel gewesen sein. diese war mit MPX Goldsteckern ausgeführt. die Buchse war fest im rumpf verklebt und die stärkeren Vibration des DL`s, zu dem vorher verbauten 15er Magnum 4takter, haben wohl gereicht um die Verbindung zu lösen.

Ich persönlich verbaue die Steckverbindung immer lose im Kabel, so dass die Steckverbindung frei im Rumpf hängt und die Vibration nicht direkt am Stecker angreift.

Wie ich erfahren habe, ist der gleiche Defekt schon einmal bei dem Modell aufgetreten, und hat eine Assenlandung nur mit Seitenruder verursacht. daraufhin ist der Stecker gegen einen strammer sitzenden ausgetauscht worden.

Fazit:
Wir können technische Defekte trotz aller Maßnahmen leider nie ganz ausschliessen. wir können nur während des Flugs, durch einen grösseren Abstand zum Zuschauerraum, Personen mehr Zeit geben, auf solche Unfälle zu reagieren.
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Nach solchen Berichten kann man nur hoffen, ausschliessen kann man es nicht, daß so ein Szenario jedem, egal ob Pilot, Zuschauer oder einem Tier erspart bleibt.
Ich will hiermit jedem in Erinnerung rufen, daß unser schöner Sport auch ein, nicht unerhebliches, Gefahrenpotential birgt.
Also Freunde, tut`s alles, daß so was, wie oben geschrieben, nie passiert!

Euer Redakteur Charly

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